Jan 212013
 

GrodnoGrodno – Spuren jüdischen Lebens

Exkursionsseminar und Konzeption eines Reiseführers

Ein Jahr lang begaben sich belarussische und deutsche Studenten und Dozenten auf die Suche nach Spuren jüdischer Vergangenheit in der Stadt Grodno im heutigen Belarus.

Studierende der Janka-Kupala-Universität Grodno und der Europa-Universität Viadrina traten auf eigene Initiative in einen wissenschaftlichen Dialog und trafen sich in Grodno und Frankfurt (Oder) zum gegenseitigen Austausch und Kennenlernen. Die deutsche und weißrussische Gruppe recherchierte gemeinsam nach Informationen zu konkreten Orten jüdischen Lebens und des Holocaust in Grodno, zum Beispiel zu jüdischen Schulen, Fabriken oder Orten der Deportation im Zweiten Weltkrieg.

Aus dem Projekt ist ein Stadtführer in russischer, englischer und deutscher Sprache mit reicher Bebilderung entstanden, der sich sowohl für wissenschaftliche Zwecke als auch als Wegweiser und Begleiter durch den Stadtraum eignet. Die Publikation ist für 2011 in der Reihe „Almanach – Europäische Grenzregionen neu entdecken“ des Instituts für angewandte Geschichte geplant.

Zwar werden aktuell Gebäude in der Altstadt restauriert, jedoch fällt auch momentan noch viel historische Bausubstanz dem Abriss zum Opfer –  mit ihr verschwinden die wenigen Spuren jüdischen Lebens in Grodno.

Das Projekt reiht sich ein in Bemühungen seitens der Bevölkerung, die alte Stadt zu erhalten sowie auf das jüdische Gesicht der Stadt aufmerksam zu machen, das bisher nicht Teil der offiziellen Gedenkkultur ist. Das Projekt wurde von der Robert-Bosch-Stiftung gefördert und lädt zur eingehenderen Erforschung dieses oder vergleichbarer Themen ein.

Kennen Sie schon den Almanach Terra Transoderana, unseren historischen Reisebegleiter für Neumark und Lebuser Land?

Projektkoordination
Felix Ackermann

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