Aug 162021
 

Was bedeutet Kunst für den öffentlichen Raum?  
Das reflektiert die Ausstellung „Um Kunst eine Platte machen“ mit Rückblick auf die Entstehung der postmodernen Plattenbauten und Kunstvielfalt in den letzten Jahren der DDR, bis hin zu Wiederbelebungsversuchen und der aktuellen Sanierung.  

Die Große Scharrnstraße wurde in den späten 1980er Jahren gemeinsam mit der Schmalzgasse und Kleinen Oderstraße “nachverdichtet” und zur ersten Fußgängerzone in Frankfurt(Oder) umgebaut – ein prestigeträchtiges Projekt im Zentrum der DDR-Bezirkshauptstadt. Zahlreiche regionale Künstler:innen entwickelten für dieses städtebauliche Ensemble individuelle Kunstwerke, in einem jeweils eigenen Stil und Genre.  

Ihre Geschichte(n) haben Studierende der Europa-Universität Viadrina in einem Seminar des Lehrstuhls für Denkmalkunde gesammelt (Kunst im Vorbeigehen), und nun in Form dieser Ausstellung weiter aufbereitet und vertieft.  

Die ursprüngliche Idee einer lebhaften Flaniermeile ging, nach der politischen Wende und mit anderen Schwerpunkten der Stadtentwicklung, jedoch nicht wie geplant auf. Stattdessen gab es Leerstand aber gleichzeitig Freiraum für Kreativität. Heute saniert die WohnBau Frankfurt als Eigentümerin die Straße und will ihr “Neues Leben” einhauchen.  

Die Ausstellung reflektiert mit Fokus auf die Kunst den Wandel der Straße, dessen Teil sie gleichzeitig selbst ist. Gemeinsam mit vielen anderen städtischen Akteur:innen will sie “Neues Leben in der Großen Scharrnstraße”, einer innovativen Initiative für eine lebenswerte Innenstadt. 

Das Projektteam: Magdalena Scherer, Iryna Shulikina, Robert Schwaß, Hannah Voß, Antje Wilke

Öffnungszeiten & Kontakt

Andere Öffnungszeiten und Führungen ermöglichen wir gerne auf Anfrage.  
Ein Ausstellungsbesuch ist kostenlos.

Kontakt: umkunsteineplattemachen@gmail.com 
Facebook: Ausstellung „Um Kunst eine Platte machen“   
Instagram: kunst_um_platte  

Facebook: AG “Neues Leben für die Große Scharrnstraße” 

 

Rahmenprogramm 

Es gibt eine Reihe von Events mit allen Partner:innen der Initiative “Neues Leben in der Große Scharrnstraße”, jeden dritten Samstag im Monat (Sept, Okt, Nov) sowie am 11.Dezember. 

Zusätzlich finden rein ausstellungsbezogene Begleitveranstaltungen statt.  

21. August 2021, 14:00 -19:00 Uhr
Eröffnung des Dachprojekts und der Ausstellung
Große Scharrnstraße 17a 

Feierliche Eröffnung und Projektlaunch der Initiative “Neues Leben in der Große Scharrnstraße” mit allen Projektpartner:innen 

 

12. September 2021, 12:00 – 18:30
Tag des offenen Denkmals in der Ausstellung, mit Führung durch die Straße 
Große Scharrnstraße 17a 

Am Sonntag, den 12. September 2021 ist Tag des offenen Denkmals und auch wir öffnen unsere Türen:
Von 12 bis 17 Uhr ist die Ausstellung geöffnet.

Um 17 Uhr gibt es eine Führung durch die Straße mit anschließender Besichtigung der Ausstellung.

(Foto © StAFF, Fotograf: Hans-Werner Funk)

 

18. September 2021, 17:00-18:00 Uhr 
„Die Kunst der Perspektive“ –    Foto-Workshop mit Roman Boichuk  
Große Scharrnstraße 17a 

Der Fotograf Roman Boichuk lädt ein zur fotografischen Entdeckungstour im Mikrokosmos Große Scharrnstraße. 
Mit dem Medium der Fotografie stellen wir neue Fragen an den Stadtraum und seine Kunst & suchen nach individuellen Antworten.
Ob Detail oder Totale – die im Workshop entstandenen Fotos sollen danach in der Ausstellung einen Platz bekommen. Wer in der Ausstellung genau hinsieht, erkennt, dass so manche Fotos aus Roman Boichuks Linse stammen. So wie die Austellungsmacher:innen hat auch er im Viadrina-Seminar zur Kunst im öffentlichen Raum ein Interview mit einer Künstlerin geführt und seinen Blick für die Besonderheiten der Straße geschärft.

Bitte ein eigenes Gerät zum Fotografieren mitbringen. Sei es Handy oder Profi-Kamera, alles ist zugelassen.


 

16. Oktober 2021
„Hinter den Kulissen“ ein Rundgang zur Zustandserfassung der Kunstwerke, 15:00 – 16:00 Uhr 
Dokumentarfilm & Gespräch „Zu Friedenszeiten wurde hier gebaut“, 19:00 – 21:00 Uhr 
Große Scharrnstraße 17a, Kukuryku 

Bei dem Rundgang werden die Teilnehmenden eingeladen einen Blick hinter die Kulissen der Arbeit mit den Kunstwerken zu erhalten. Während der Zustand der einzelnen Kunstwerke begutachtet wird, erfahren die Teilnehmenden mehr über die Schäden an den Werken und über die Möglichkeiten ihrer Bestandssicherung sowie Pflege. 

Über 10 Jahre ist es her, dass der Dokumentarfilm »Zu Friedenszeiten wurde hier gebaut – Große Scharrnstraße Frankfurt (Oder)« von Johann Scharfe und Nino Halka seine Premiere feierte. Der Film, selbst ein Zeitzeugnis, darf im Rahmenprogramm der Ausstellung „Um Kunst eine Platte machen“ nicht fehlen!
Mit ihrem Film schauten die damaligen Studierenden der Viadrina hinter die verwaisten Fassaden und entdeckten einen interessanten Mikrokosmos. Der Film reflektiert die einstige Vision einer lebhaften Flaniermeile mit ihren Geschäften und ihrer Kunst ebenso wie die Leere und Entmietung seiner Zeit.Fragen, die uns in der Stadt und in der Ausstellung „Um Kunst eine Platte machen“ bis heute beschäftigen. Gleichzeitig sind mit der aktuellen Sanierung der Straße durch die Wohnbau Genossenschaft neue Perspektiven hinzugekommen.
Was hat sich in den letzten 10 Jahren verändert und welche Entwicklungsmöglichkeiten gibt es heute? Dem wollen wir nachgehen und gemeinsam mit Euch und den beiden Filmemacher:innen diskutieren.

(Foto © StAFF, Fotograf: Rudolf Hartzmetz)

 

10. November 2021, 15:30 – open End 
Midissage mit Podiumsdiskussion und Lightshow 
Große Scharrnstraße 17a & Logenstraße 11 

»Um Kunst eine Platte machen« – ist Name und zugleich Programm des Ausstellungsprojektes. Die Midissage am 10.11. steht daher ganz im Zeichen der Vermittlung und des Erhalts von Kunst im öffentlichen RaumWir fragen uns: Welche Möglichkeiten gibt es die Kunst zu nutzen, zu vermitteln und vor allem zu erhalten? Welche Rolle spielen kulturhistorische Zeugnisse in der aktuellen Stadtgestaltung/-entwicklung und wie werden sie von Akteur:innen und Bürger:innen wahrgenommen? 

Drei unterschiedliche Programmpunkte greifen diese Thematik auf und werden uns am 10.11. durch die Midissage begleiten. Den Anfang macht ein Meet & Greet mit Kaffee & Kuchen im Kulturladen Kukuryku. Gestärkt geht es dann zur Podiumsdiskussion, bei welcher Expert:innen sich über den Erhalt von Kunst im öffentlichen Raum austauschen. Den Abschluss bildet ein Nachtspaziergang mit Lichtinstallation in der Großen Scharrnstraße. 

 

 

Förderer:innen und Partner:innen 

Die Ausstellung ist ein Projekt des Instituts für Angewandte Geschichte – Gesellschaft und Wissenschaft im Dialog e.V. in enger Zusammenarbeit mit Magdalena Scherer vom Kulturbüro der Kultureigenbetriebe Frankfurt(Oder), gefördert vom Kulturbüro der Stadt Frankfurt(Oder) und unterstützt von der WohnBau Frankfurt. 

Für die gute Zusammenarbeit und Unterstützung danken wir Jakob Müller von bjm studio für den Ausstellungsbau und Martin Schmidt von Formwerk Eisenhüttenstadt für das Design! Sowie dem Stadtarchiv Frankfurt(Oder) und dem Fotografen Roman Boichuk

Print Friendly, PDF & Email