Sep 092012
 
Darf auf einer Exkursion durch die Geschichte der Neumark nicht fehlen: Der sogenannte Ostwall

Darf auf einer Exkursion durch die Geschichte der Neumark nicht fehlen: Der sogenannte Ostwall

Eine Studienreise durch die Neumark, das Sternberger Land und die historische Grenzmark

Exkursion | 19. – 21. Oktober 2012

Frankfurts transnationales Umland ist unsere Reiseregion: Terra Transoderana – Land über der Oder, früher das deutsche Ostbrandenburg, seit 1945 die polnische Wojewodschaft Lubuskie.

Es gibt vieles zu entdecken, eine wilde Natur, nicht nur eine polnische oder deutsche Geschichte, sondern eine reiche Kulturlandschaft mit lesbaren Spuren der Frühslawen über die Ordensritterkolonisation bis in die Gegenwart des Odergrenzlandes. Als einstmals beliebte „Berliner Sommerfrische“ gerieten die Neumark, das Sternberger und das Meseritzer Land seit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs vor über 70 Jahren in Vergessenheit.

Methodisch folgt die Studienreise dem Konzept der angewandten Geschichte nach Karl Schlögel – der Raum wird gelesen. Das heißt, die Kulturlandschaft wird vor Ort unter die Augen genommen und bei gleichzeitiger Nutzung von Quellen, wie  Kartenmaterial, Zeitzeugenberichten und verschiedenen Dokumenten, untersucht. Die Stationen der Reise sind:

  • Das Haus Brandenburg in Fürstenwalde, das die Erinnerung der Einwohner bis 1945 bewahrt
  • Die einstige Hauptstadt des Sternberger Landes Osno Lubuskie / Drossen mit seiner mittelalterlichen Stadtmauer und ihrer Heimatstube im spätgotischen Rathausprachtbau
  • Der Oder-Warthe-Verteidigungsbogen, wo wir den sogenannten Ostwall über und unter der Erde entdecken
  • Die nach 75 Jahren deutscher und polnischer Planung und einem Baubeginn durch jüdische Zwangsarbeiter im NS erst letztes Jahr eröffnete Autobahn Frankfurt-Posen
  • Das multikonfessionelle und multiethnische historische Grenzland in Miedzyrzecz / Meseritz
  • Die Vogelrepublik in der Warthemündung, Slonsk/Sonnenburg
  • Das Pompeij des Ostens: Küstrin/Kostrzyn

Wir übernachten im Drei-Sterne-Hotel in Keszyca Lesna/Regenwürmlager, ein Ort, der erst seit 1993 auf der Landkarte eingezeichnet ist. Vorher diente er der deutschen Wehrmacht, der polnischen Armee und zuletzt der Roten Armee als geheimer Militärstandort. Der Ort liegt versteckt in dichtem Wald an einem Badesee. Die Nationalsozialisten schulten dort ihre verbündeten SS-Einheiten indischer Sikhs, Usbeken, Perser und russischstämmiger Wallonen. In der Roten Armee nannte man das Militärlager einfach „Kurort“.

Neben einführenden Kurzvorträgen durch die Organisatoren vor Ort sollen die Teilnehmenden selbst aktiv werden und anhand konkreter Aufgabenstellungen sowie in Gesprächen mit Zeitzeugen und „Regionalaktivisten“ einen persönlichen Blick auf die Geschichte erhalten. Am Ende der Reise entwickeln wir Ideen für innovative grenzüberschreitende Projekte zur Geschichte und Kultur dieser nach wie vor eher unbekannten Region.

Projektkoordination
Magdalena Abraham-Diefenbach

Reiseleitung: Matthias Diefenbach, siehe: www.HeimatReise.eu

In Kooperation mit dem Haus Brandenburg und HeimatReise.

Gefördert durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

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