Jun 202019
 

Ein digitaler Rundgang zu den Funktionsgebäuden des KZ-Komplexes Ravensbrück

Große Teile des ehemaligen NS-Konzentrationslagers Ravensbrück gehören heute nicht zum Areal der Gedenkstätte. Über die vergessenen und teils zerstörten Gebäude und Orte des Gedenkstättenumfelds soll eine Webseite informieren und zum Verständnis des historischen Lagerkomplexes beitragen.

Ein „unbekannter Ort“, der auf der Webseite vorgestellt wird, ist der Bauhof der SS-Bauleitung Ravensbrück. Foto: Christoph Löffler

Ein „unbekannter Ort“, der auf der Webseite vorgestellt wird, ist der Bauhof der SS-Bauleitung Ravensbrück. Foto: Christoph Löffler

Das Areal des ehemaligen Frauen-Konzentrationslagers Ravensbrück erstreckte sich bei dessen Auflösung im April 1945 über mehr als 200 Hektar. Der Bereich der heutigen Gedenkstätte und des zugänglichen Areals bildete jedoch nur einen Teil dieses KZ-Komplexes. In der Umgebung der Gedenkstätte befinden sich daher eine Vielzahl von Orten und Gebäuden, die zum Lagerkomplex gehörten, heute jedoch nahezu unbekannt oder unzugänglich sind.

Zumeist handelte es sich um Funktions- und Verwaltungsgebäude, die sowohl für das Funktionieren des KZ-Komplexes als auch als Arbeitsort für die Häftlinge von großer Bedeutung waren. Die unterschiedlichen Orte und Gebäude befinden sich heute im Eigentum des Landes Brandenburg oder in Privateigentum und stehen teilweise unter Denkmalschutz. Sie sind für Einwohner*innen, Tourist*innen und die Besucher*innen der Gedenkstätte (mal mehr mal weniger) sichtbar, jedoch aufgrund fehlender Informationen, Überformung, Überbauung oder Verfall nicht lesbar.

Auch der ehemalige Schweine- und Pferdestall des KZ Ravensbrück im Hintergrund wird Teil des digitalen Rundgangs. Foto: Christoph Löffler

Auch der ehemalige Schweine- und Pferdestall des KZ Ravensbrück im Hintergrund wird Teil des digitalen Rundgangs. Foto: Christoph Löffler

Das Projekt geht von der Frage aus, ob und wie diese Bereiche, die nicht den Kern der Gedenkstättenarbeit bilden (bzw. gar nicht zu deren Areal gehören), in den Blick genommen werden können. In Kooperation mit der Gedenkstätte Ravensbrück wird eine Website entworfen, die in einer Art digitalem Rundgang über etwa zehn dieser unbekannten Orte informiert. Neben kurzen Texten werden historisches Bildmaterial (soweit möglich), Audio-Dateien von Häftlingsberichten und aktuelle Fotoaufnahmen eingebunden, die die teils unzugänglichen oder überbauten Orte virtuell erlebbar und betretbar machen. Die Website kann als digitales Zusatzangebot genutzt werden, wird aber auch responsiv gestaltet, um ebenso vor Ort über mobile Geräte als digitaler Guide nutzbar zu sein.

Projektverantwortliche: Kristin Witte, k.witte@instytut.net

Projektdauer: 14. März – 31. August 2019

Ein Projekt des Institut für angewandte Geschichte – Gesellschaft und Wissenschaft im Dialog e.V. in Kooperation mit dem Studiengang Schutz europäischer Kulturgüter der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) und der Gedenkstätte Ravensbrück.

Gefördert mit Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg und der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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