
Wer weiß schon, dass Königsberg und Schwerin ganz in der Nähe von Frankfurt liegen, dass Christa Wolfs "Kindheitsmuster" mit dem heutigen Gorzów Wlkp. verwoben sind und warum die Słubicer Sportanlagen einst "Ostmarkstadion" hießen? Nach einer kurzen Einführung in die Geschichte der Neumark (Nowa Marchia) bilden die Zwangsmigrationen zum Ende des Zweiten Weltkrieges den Ausgangspunkt für die Betrachtung der kulturellen Aneignung der Region als "Ziemia Lubuska" (Lebuser Land). Es wird insbesondere besprochen, welche Strategien die neuen Bewohner dabei anwandten und wie sie das angetroffene Kulturerbe mit dem von ihnen mitgeführten geistigen Gepäck verbanden. In einem letzten Schritt wird die "Rückkehr der Geschichte" nach 1989 betrachtet und analysiert, wie die Rückbesinnung auf die deutsche Vergangenheit vonstatten geht. Das Seminar ist Teil eines Projektes, dass Studierende ausbildet, um Interessierten die Geschichte und Gegenwart einer Region näher zu bringen. So werden die Teilnehmer selbst Exkursionen in Städte der historischen Neumark konzipieren und durchführen. Darüber hinaus werden Module wie "Interkulturelle Kommunikation" und "Konsekutives Dolmetschen" angeboten.