Im Rahmen des Lokalen Aktionsplans Frankfurt (Oder) führt das Institut für angewandte Geschichte ein Projekt zur lokalen Erinnerung an den Nationalsozialismus in Frankfurt (Oder) und Słubice durch.
Erstes Projekttreffen
18. November 2009, 10:00 – 16:00 Uhr
in Świecko, Dorfgemeinschaftshaus
Ziel des Projektes ist es, die Möglichkeiten eines Erinnerungsortes Arbeitserziehungslager der Gestapo „Oderblick“ auszuloten. Hierzu soll ein Netzwerk lokaler Akteure beider Seiten der Grenze geknüpft werden und die Erwartungen an diesen Ort eruiert werden. Am 18. November 2009 findet in Schwetig ein erstes gemeinsames Treffen mit Ortsbegehung statt. Hier wird der derzeitige Forschungsstand zu diesem nationalsozialistischen Straflager vorgestellt und ein Raum zum Ideenaustausch angeboten.
Das für den Regierungsbezirk Frankfurt zuständige Arbeitserziehungslager „Oderblick“, in dem hauptsächlich ausländische Zwangsarbeiter inhaftiert waren, bestand von 1940 bis 1945. Diese, einem Konzentrationslager vergleichbare Einrichtung befand sich direkt an der Frankfurter Stadtgrenze und der Oder, etwas außerhalb des Dorfes Schwetig, heute Świecko und zu Słubice gehörig. Die genaue Anzahl der Todesopfer ist unbekannt, gesichert ist eine sehr hohe Todesrate. Belegt sind Massenhinrichtungen, unmenschlich harte Arbeit, sowie systematische Quälereien, Erniedrigungen, Folter und Hunger. Am 31. Januar 1945 fand ein Todesmarsch hunderter Gefangener Richtung Westen statt, von dem keine Überlebenden bekannt sind.
Die Geschichte dieses Lagers wird in der politischen Bildungsarbeit in Frankfurt (Oder) und Słubice kaum beachtet. Sie ist sogar weitgehend unbekannt. Auf dem ehemaligen Lagergelände steht ein Mahnmal von 1976, sowie mehrere, zum Teil auch neuere Tafeln, die aber ungenau und unbestimmt in dem sind, was erinnert und gemahnt wird. Es gibt kein Konzept für die Nutzung des Gedenkortes und zum Umgang mit seiner Geschichte.
Anmeldung und Kontakt: m.diefenbach[at]instytut.net
Gefördert im Rahmen des Bundesprogramms „VIELFALT TUT GUT. Jugend für
Vielfalt, Toleranz und Demokratie“
