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Für die beiden Städte bietet sich die Gelegenheit weiter näher zusammenzurücken. Aber sind die Frankfurter und Słubicer tatsächlich fit für den kontrollfreien Ausflug in die Nachbarstadt? - Allein mit der Sprache des anderen tun sich noch viele Bewohner des Grenzlandes schwer. Lauscht man z.B. Gesprächen am Ladentisch, zeigt sich, dass sich die Słubicer in oft recht fehlerhaftem Deutsch üben, während viele Frankfurter kaum ein Wort Polnisch sprechen.
„Kontrolle“ – etwas, das eigentlich mit Unannehmlichkeiten verbunden ist – sehen wir als Gelegenheit sich auf den möglicherweise alltäglich gewordenen Besuch im anderen Land durch spielerische Erweiterung der eigenen Sprachkenntnisse vorzubereiten. Jeder, der mit zumindest einer Wendung in der jeweiligen Nachbarsprache aufwarten kann, darf passieren. Zur Unterstützung werden deutsche und polnische Ausdrücke auch über die an der Brücke installierten Lautsprecher vorgesprochen. Zudem bekommt jeder Passant als Gedächtnisstütze und für einen bleibenden Effekt der Aktion ein Kärtchen mit praktischen Wendungen und Lautschrift, die die Verständigung in der fremden Sprache auf der anderen Seite der Oder erleichtern. Zeitgleich starten wir in Frankfurt und Słubice eine Plakataktion mit Sprachanimationen.
Unsere Aktion hat zwei Anliegen. Zum einen soll sie die Bewohner Frankfurts und Słubices, die sich leider noch immer wenig kennen, durch schlichte Sprachanimation im öffentlichen Raum und in Sprachtandemsituationen näher miteinander bekannt machen. Zum anderen wollen wir ein Bewusstsein schaffen für den „historischen Augenblick“ der letzten Grenzkontrollen am historisch werdenden Ort des Grenzübergangs.