Institut für angewandte Geschichte

Makom tov − Der gute Ort

Ausgrabungen auf dem Friedhof in Słubice

Das Institut für angewandte Geschichte e.V. plant für 2011 die Herausgabe einer deutsch-polnischen Publikation zur Geschichte des jüdischen Friedhofs in Słubice, der früheren Dammvorstadt von Frankfurt (Oder).

Die besondere Lage des Friedhofs an der deutsch-polnischen Grenze bietet sich geradezu dafür an, um die wechselhafte Geschichte des Ortes aus einer binationalen Perspektive in den Blick zu nehmen.

Autor des Haupttextes ist der Frankfurter Lokalhistoriker Eckard Reiß, der den Friedhof bereits in den 1960er Jahren, noch vor seiner Einebnung, besuchte und dokumentierte. In den letzten Jahren begleitete er die Aktivitäten der israelischen Organisation „Atra Chadischa“ in Słubice, die weltweit nach zerstörten jüdischen Friedhöfen forscht.

Dabei wurde auch nach dem Grab des bedeutenden Rabbiners Joseph Theomim, genannt Pri`megodim, gesucht und umfangreiche Forschungen zu den Grundstücksgrenzen der Ruhestätte vorgenommen werden. Auf Grundlage der dieser neuen Erkenntnisse und in Zusammenarbeit mit deutschen und polnischen Kennern der Thematik wird die Geschichte des Friedhofs vorgestellt.

In einem Bildanhang werden die 30 bei den Grabungen auf dem ersten Abschnitt wieder gefundenen Grabsteine, knapp 3% des ursprünglichen Bestandes, mit übersetzten Inschriften und ggf. Bezügen zu anderen Datenquellen behandelt.

Das Institut für angewandte Geschichte realisiert seit mehreren Jahren Exkursionen und Projekte zur jüdischen Geschichte von Frankfurt (Oder). In den letzten zwei Jahren wurden in Kooperation mit der Europa-Universität Seminare für Studierende der Kulturwissenschaften angeboten, in dessen Verlauf mehrere Stolpersteine in Frankfurt (Oder) und auch ein erster Stolperstein in Słubice verlegt wurden. In diesem Jahr entstand im Rahmen eines studentischen Projektes ein Audioguide sowie eine Homepage (www.juedischesfrankfurtvirtuell.de) zur jüdischen Geschichte von Frankfurt (Oder).

Das Publikationsprojekt wird gefördert durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, die Stiftung für Deutsch-Polnische Zusammenarbeit und den Förderverein der Europa-Universität Viadrina.

Für Rückfragen, Anregungen und für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die Projektkoordination:

Magdalena Abraham-Diefenbach
Institut für angewandte Geschichte
Gesellschaft und Wissenschaft im Dialog e.V.
Große Scharrnstr. 59, 15230 Frankfurt (Oder)
Tel: (0335) 5534 5206

E-Mail: m.abraham@instytut.net
Online: www.instytut.net