Institut für angewandte Geschichte

Gedenkstätte "Arbeitserziehungslager" Schwetig/Świecko

Deutsch-Polnische Lernorte

Interkulturelle Gruppenlernmodule

Lernorte bieten die Möglichkeit, das deutsch-polnische Grenzland auf eigene Faust zu erkunden. Die dazu angebotenen Materialien bieten Gruppen aus beiden Ländern die Möglichkeit, sich mit der Gegenwart der Vergangenheit intensiv auseinanderzusetzen. Da Spuren „sprechen nicht für sich“. Sie stehen für Geschichten, die oft von den Anwohnern nicht erzählt werden. Deshalb wurden Arbeitsmaterialien erarbeitet, die Grundwissen, Fragen und Handlungsoptionen bündeln.

Die drei hier vorgestellten Module sind die überarbeiteten Ergebnisse eines Pilotprojektes, in dessen Rahmen Studierende der Europa-Universität Viadrina im Winter 2010/11 gemeinsam mit deutschen und polnischen Gruppen Lernorte erkundet haben. Die Materialien stehen zu Ihrer freien Verfügung – wir würden uns über Ihre Rückmeldung freuen! Gerne stehen wir Ihnen auch zur professionellen Begleitung Ihres Projekts zur Verfügung.

 

Wie funktioniert eine historische Stadtralley?
Jüdisches Frankfurt (Oder)

Jüdische Frankfurter lebten auf beiden Ufern der Oder und inzwischen gibt es sowohl in Frankfurt (Oder) als auch in Słubice Stolpersteine, die an einzelne verfolgte Bürger erinnern. Dieser Spaziergang soll Gruppen die Möglichkeit geben, in einer außergewöhnlichen Stadtralley einzelne Aspekte der jüdischen Geschichte der Stadt zu erschließen. Dabei werden räumliche Elemente mit biographischen verbunden.

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Autobahn, Dorf und Lager:
Das „Arbeitserziehungslager Oderblick“ in Schwetig / Świecko

In diesem Ort bündeln sich die Geschichten nationalsozialistischer Verfolgung, dem systematischen Einsatz von Zwangsarbeit, dem Bau der Autobahn von Berlin nach Warschau sowie des Untergangs und Neubeginns einer Dorfgemeinde. Świecko ist ein kleines polnisches Dorf, deren Bewohner nach 1945 in das zerstörte und verlassene Dorf Schwetig kamen. Zuvor lebten sie in direkter Nachbarschaft eines sog. Arbeitserziehungslagers, das von den Nationalsozialisten euphemistisch "Oderblick" genannt wurde. Hier wurden Häftlinge aus ganz Europa festgehalten und zu schweren Zwangsarbeiten im Zusammenhang mit dem Bau des Brückenkopfs der Autobahn eingesetzt.

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Pompeji für alle:
Die neue Altstadt von Kostrzyn und der Untergang der Festung Küstrin

Auf der Festung im heutigen Kostrzyn kann man mit bloßem Auge, mit Händen und Füßen erfahren, wie präsent Vergangenheit in der Gegenwart ist. Hier kann jedes Kind und jeder Rentner erlaufen und begreifen, welche Folgen der Zweite Weltkrieg hatte. Das Besondere an diesem Ort ist, dass die Zerstörungen des Jahres 1945 nicht rückgängig gemacht wurden, sondern durch die Entscheidung, die Überreste der hier befindlichen Altstadt abzutragen, erst nachhaltig sichtbar wurden. In Kotrzyn kann man etwas über preußische Geschichte lernen, über den Marsch auf Berlin, aber auch über die Schwierigkeiten, mit diesem fremden Ort für die Neuankömmlinge nach 1945 zu leben. 

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Projektkoordination

Magdalena Abraham-Diefenbach, m.abraham@instytut.net

 

Wissenschaftliche Begleitung

Dr. Felix Ackermann | Jakob Ackermann

 

gefördert durch

Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung
Heinrich-Mann-Allee 107, 14473 Potsdam
www.politische-bildung-brandenburg.de