Institut für angewandte Geschichte

Migration in der DDR: Einwanderungspolitik und Alltagsgeschichte. Teil II

Migrationsgeschichte und DDR werden meist nur aus dem Blickwinkel der Republikflucht betrachtet: die DDR als Land, das viele seiner Bürger so schnell wie möglich verlassen wollten. Der Umstand, dass es hingegen eine nicht unbeträchtliche Zahl an Menschen freiwillig nach Ostdeutschland zog, die Frage, aus welchen Gründen dies geschah, werden in der öffentlichen Erinnerung meist vernachlässigt. Diesen Aspekt der DDR-Geschichte will die Veranstaltung in einer Kombination aus gemeinsamer Seminar- und Quellenarbeit erschließen. Ziel wird es sein, die großen Linien der Einwanderungspolitik, in ihrem ideologischen Eigenanspruch wie in ihrer politischen Ausgestaltung, mit der Praxis der Immigration in Bezug zu setzen. Welchen Umfang erreichte die Einwanderung, und welcher Chronologie folgte sie? Wie veränderten sich Wahrnehmungen von und Einstellungen zur Migration auf der Ebene der politischen Entscheidungsträger ebenso wie in der Öffentlichkeit? Wie unterschieden sich die Schicksale unterschiedlicher Migrantengruppen voneinander? Auf den Alltag der Einwanderer soll, unter anderem mit Hilfe von Zeitzeugen, besonderes Augenmerk gelegt werden: Wie gestaltete sich die Realität am Arbeitsplatz, wie Wohnsituation, soziale Integration und interkultureller Austausch?

Literatur:

  • Behrends, Jan C. u.a.: Fremde und Fremd-Sein in der DDR. Zu historischen Ursachen der Fremdenfeindlichkeit in Ostdeutschland. Berlin 2003.
  • Müller, Christian/Poutrus Patrice G. (Hg.): Ankunft – Alltag – Ausreise. Migration und interkulturelle Begegnung in der DDR-Gesellschaft. Köln/Weimar/Wien 2005.
  • Weber, Hermann: Die DDR 1945-1990, 4. durchgeseh. Aufl. München 2006.

Seminarleitung: Dr. Kim Christian Priemel

Teilnahmevoraussetzungen: Das Seminar setzt die Veranstaltung aus dem Sommersemester fort. Eine zusätzliche Teilnahme ist nur nach Rücksprache (priemel@euv-frankfurt-o.de) und bei entsprechenden Vorarbeiten zum Seminarthema möglich.

Hinweise zur Veranstaltung: Das in Kooperation mit dem Institut für angewandte Geschichte angebotene Projektseminar stellt Rahmen und Betreuung für eigenständige Recherche in Bibliotheken und Archiven bzw. mit Hilfe der Oral History zur Verfügung.

Hinweise zum Blockseminar: 6 Blockveranstaltungen; Angaben zu Blockseminaren: Eine vorbereitende Sitzung findet in den Semesterferien statt; der Termin wird noch bekannt gegeben.

3/6/9 ECTS

Seminar: MA, MA KUWI Kulturgeschichte // MEK Wahlmodul Europäische Wirtschaftskulturen / Praxisrelevante Fertigkeiten //

MASS / MICS  Migration – Ethnizität – Ethnozentrismus // KGMOE Wahlpflichtmodul Politische Ordnung – Wirtschaft – Gesellschaft

Montag, Block, 9:15 - 12:45 Uhr, Veranstaltungsbeginn: 19.10.2009