Institut für angewandte Geschichte

Ausgetretene Pfade? Entwicklung kulturhistorischer Touren und touristischer Routen in den Regionen von Belarus

Das Projekt des Instituts für angewandte Geschichte unterstützt die Professionalisierung der Erschließung kulturtouristischer Routen im ländlichen Raum des Gebiets Grodno. „Ausgetretene Pfade?“ sieht dabei die Verbindung von Methoden der Vermittlung einerseits und Verwendung von landeskundlichem Wissen andererseits für das Erschließen von kulturtouristischen Potenzialen in den Regionen von Belarus vor.

Dafür begleitet das Institut für angewandte Geschichte zusammen mit der „Lev Sapieha Stiftung“ und dem Grodnoer Regionalrat der F. Skaryna-Gesellschaft für belarussische Sprache die Erstellung von kulturhistorischen Touren, die auf lokaler Ebene Akteure aus Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft zusammenbringen.

Die als Skizze vorliegenden touristischen Routen werden in zwei Seminaren mit dem Knowhow deutscher Experten sowie weißrussischer Fachkräfte weiter bearbeitet und auf in Verbindung mit neuen Methoden gemeinsam analysiert. Die erneut überarbeiteten Routen werden vor Ort mit weiteren Informationen zur touristischen Infrastruktur sowie weiteren Möglichkeiten für in- und ausländische Touristen versehen. Eine Sammlung der Routen erscheint als Online-Reiseführer durch Belarus abseits ausgetretener Wege und wird im Internet einem breiten Publikum zur Verfügung gestellt.

Das Ziel liegt in der Förderung der Professionalität regionalhistorischer Akteure in den belarussischen Regionen, insbesondere abseits bestehender touristischer Zentren wie etwa Minsk und Mir. Dabei ist das Projektdesign so angelegt, dass es zu einer Stärkung der selbstständigen Arbeit der lokalen Akteure kommt, die vor Ort eigenständig ihre kulturhistorischen Routen entwickeln und mit weiteren kulturellen und touristischen Angeboten verknüpfen. 

Durch die gemeinsame Arbeit in Form von Seminaren soll darüber hinaus die Vernetzung von regionalen Akteuren aus den Bereichen Geschichte, Kultur, Tourismus und Wirtschaft voran getrieben werden und der horizontale Austausch zwischen zivilgesellschaftlichen und staatlichen Akteure in Belarus angelegt werden. Die Vernetzung unter belarussischen Regionalhistorikern, -planern und Akteuren aus Kulturwirtschaft und Tourismus soll zu einem lokalen Erfahrungsaustausch führen.

Das Projekt wird im Rahmen des Programms Belarus vom IBB (Internationales Bildungs- und Begegnungswerk gGmbH) realisiert. Projektpartner sind die belarussische Organisationen „Lev Sapieha Stiftung“, der Grodnoer Regionalrat der F. Skaryna-Gesellschaft für belarussische Sprache und die Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder).