Institut für angewandte Geschichte

Busfahrt und Wanderung

Entlang der Reichsautobahntrasse von Frankfurt/O Richtung Poznań/Posen

Studienausflug am 10. Mai 2009


Seit einigen Jahren ist die Autobahn Frankfurt/Oder–Posen wieder in Planung – auf einer alten Trasse aus den 40er Jahren. Sie soll spätestens zur Fußball-EM 2012 fertiggestellt sein. Voraussichtlich werden die historischen Hinterlassenschaften, die Bauruinen und Landschaftsveränderungen der seit 1937 geplanten und 1941 begonnenen Reichsautobahn noch in diesem Jahr überbaut.

Reichsautobahnen waren keine harmlosen Infrastrukturprojekte. Sie dienten auch einer Eindeutschung oder Germanisierung von Regionen und Landschaften. Bei Projekten im deutsch-polnischen Grenzland, die weiter in das besetzte Polen führten, war das besonders brisant.

Durchgeführt wurden die Arbeiten von Zwangsarbeitern, zu einem großen Teil Juden aus dem Ghetto Łódź/Lodsch. Entlang der Trasse von Frankfurt über Łagów/Lagow  und Świebodzin/Schwiebus Richtung Posen, entstanden im ehemaligen Ostbrandenburg in regelmäßigen Abständen von einigen Kilometern Gefangenenlager für ca. zehntausend zum Bau eingesetzte Zwangsarbeiter.

Im Laufe eines Jahres und zweier Winter wurden enorme Erdarbeiten ausgeführt und Brückenbauwerke errichtet. 1942 wurde der Bau unvollendet abgebrochen. Belegt sind die rücksichtslose Ausbeutung der gefangenen Arbeiter und die hohe Sterblichkeit in diesen Reichsautobahnlagern. Nach Abbruch der Arbeiten wurden die Lager zum Teil weiterbetrieben, unter anderem für die ersten sowjetischen Kriegsgefangenen auf dem Gebiet des „Altreichs“.

Wir besichtigen Bauruinen von Autobahnbrücken, die vor 68 Jahren planierte Trasse, Landschaftsveränderungen und Orte von vergessenen Zwangsarbeiterlagern. Dazu werden die Hintergründe dieses weitgehend unbekannten Baus erläutert.

Unser Bus startet um 9.30 Uhr am Bahnhof Frankfurt/Oder und fährt verschiedene Stationen zwischen Frankfurt, Rzepin/Reppen, Torzym/Sternberg und Łagów/Lagow an. Insgesamt sind 12 Kilometer Spaziergänge und Wanderungen, zum Teil über Stock und Stein geplant. Jeder einzelne Wanderabschnitt kann aber auch per Reisebus zur nächsten Station übersprungen werden. Mittags kann ein Restaurant besucht oder ein mitgebrachter Imbiss genommen werden. 

Der Studienausflug endet ca. 18.45 in Słubice an der Grenzbrücke nach Frankfurt. Zum Bahnhof verkehrt eine Straßenbahn.Der Teilnahmebeitrag beträgt 15 Euro.Voranmeldung bis zum 1. April 2009 erbeten. Weitere Informationen erhalten Sie bei uns:HeimatReise, Ziegelstr. 28, 15230 Frankfurt an der Oder, Telefon: 0335-280 23 58, Fax: 0335 86 96 440, Mail: info[at]heimatreise.eu, Internet: www.heimatreise.eu

Dies ist eine Kooperation des instytuts mit HeimatReise.